Pfarrkirchner Olivenöl aus St.-Rémy-de-Provence

Eine Delegation des Städtepartnerschaftsvereins als Helfer bei der Olivenernte in der Partnerstadt

Seit der 20-Jahrfeier der Städtepartnerschaft mit St.-Rémy-de-Provence im Jahr 2012 ist die Stadt Pfarrkirchen stolzer Nutznießer eines Olivenhains in der Partnerstadt. Laut damals feierlich beschlossenem Vertrag kommen die Oliven des in unmittelbarer Nachbarschaft der römischen Ruinen im Stadtteil Glanum (http://de.wikipedia.org/wiki/Glanum) gelegenen Gartens den Pfarrkirchnern zugute. Diese großzügige Geste der französischen Freunde den Rottalern gegenüber hat zweierlei Konsequenzen. Zum einen bedeutet sie symbolisch gesehen eine Stärkung der freundschaftlichen Bande, zum anderen ist damit aber auch eine Verpflichtung verbunden: Die Oliven müssen irgendwie geerntet werden.

Im letzten Jahr hatten diese Aufgabe ausschließlich Mitglieder des Städtepartnerschaftsvereins von St.-Rémy übernommen. In diesem Jahr beteiligte sich erstmals eine Abordnung von vier Pfarrkirchnern an der einigermaßen aufwendigen Aktion. Bis zu 15 Personen waren beschäftigt, um die letztlich 280 Kilogramm Oliven von den zirka drei Dutzend Olivenbäumen zu holen. Für die Pfarrkirchner, die sämtlich ohne einschlägige Erfahrungen mit zu Werke gingen, war es zunächst spannend zu erfahren, wie eine Olivenernte in der Praxis eigentlich abläuft. Keiner hatte eine Ahnung davon und sie waren dann sehr überrascht, wie einfach das im Endeffekt geht. Zwei Methoden wurden angewandt. Die erste bestand darin, dass man wie beim Kirschenpflücken die Oliven einzeln von den Zweigen holte und in einen um den Bauch befestigten Behälter warf. Bei der anderen, die vor allem an Bäumen mit sehr vielen Früchten bevorzugt wurde, breitete man unter dem Baum ein großes Netz aus und streifte mit einer Art großem Kamm die Früchte von den Zweigen ab. Am Ende wurden die Netze wieder zusammengefaltet und die Oliven in die bereitstehenden großen Plastikkisten geschüttet.

Die Rottaler lernten bei der Arbeit aber nicht nur das Ernten der Oliven kennen, sondern auch die entspannte Art der Provenzalen, wie sie dabei zu Werke gehen. Unter fröhlichem Geplauder wurden eifrig die Oliven gesammelt und zu Mittag gab es zum „casse-croûte“ (=Brotzeit) Rotwein, Baguette, luftgetrocknete Salami, Quiche, Oliven usw. und zum Dessert Tarte. Die geernteten Oliven wurden gleich in die nahe gelegene Ölmühle Moulin du Calanquet (www.moulinducalanquet.fr) gebracht. Die gelieferte Menge ergibt nach dem Pressen zirka 40 Liter Olivenöl, selbstverständlich von bester Qualität, da die Oliven ohne jegliche Zusätze gedeihen und verarbeitet werden.

Die Pfarrkirchner können wahrlich stolz sein auf dieses Gut, das sie jetzt und in Zukunft ihr Eigen nennen können. Das Öl wird künftig in Halbe-Liter-Flaschen am Weihnachtsmarkt in Pfarrkirchen angeboten und es gibt Überlegungen, auch auf anderen Wegen dieses hervorragende Produkt den Bürgern der Stadt zugänglich zu machen. Damit diese Quelle auch in Zukunft reichlich sprudelt, besteht aber auch die Verpflichtung für die Stadt und den Städtepartnerschaftsverein, den Olivenhain in St.-Rémy zu pflegen, zum Beispiel beim Schnitt der Olivenbäume mitzuhelfen und vor allem, bei der Ernte, die immer im November stattfindet, dabei zu sein. Die Verantwortlichen des Städtepartnerschaftsvereins hoffen, dass sich künftig einige Freiwillige melden, die bereit sind, nach St.-Rémy zu fahren, um dort die guten freundschaftlichen Beziehungen zu pflegen und gleichzeitig ein Projekt zu unterstützen, das die Erhaltung einer wunderbaren Ölquelle zum Ziel hat.

von Egon Karlhuber